Dr. Ulrich Busch Arzt für Allgemeinmedizin
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Medikamentenengpass

Medikamentenengpass

Wie Sie sicher schon bemerkt haben, kommt es seit Monaten zu Lieferengpässen und Lieferproblemen von diversen Medikamenten.
Derzeit sind etwa 210 Medikamente davon betroffen. Sehnlichst erwarten wir etwa den Impfstoff gegen Herpes Zoster / Gürtelrose
der aber weltweit noch weiter auf sich warten läßt. Gründe dafür gibt es globale und hausgemacht österreichische.

Zum einen werden die Wirkstoffe in Billig Lohnländern produziert und global nach Marktgesetzen gehandelt und verkauft.
In den Erzeugerländern kommt es aber zu Schwierigkeiten bei der Produktion – siehe Valsartan aus China.
Die Wirkstoffe werden dann jeweils an den Bestbieter verschifft und dann regional verpackt und
weiterverkauft in einem sehr komplexen und undurchsichtigen Handelsgeschäft mit großen Gewinnspannen.

Damit keine Skandale mehr, wie etwa bei dem Tumorpräparat SUTENT aus Indien vorkommen,
https://www.allgemeinarzt-online.de/atemwege/a/gefaelschte-medikamente-gefaehrden-patienten-1627476
Patentstreitigkeiten etwa bei GLIVEC der Fa. Novartis, https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2013-04/novartis-krebsmedikament-glivec-patent-indien
Medikamentenfälschungen in Europa auftauchen wurde das AMVS als Teil einer europäischen Registrierung mit Jahresbeginn gestartet.
https://www.amvs-medicines.at/ .
Leider dauert es jetzt bei der Abgabe Ihrer Medikamente in der Praxis länger, da diese nochmals vor Ihrem Gebrauch geprüft werden
müssen. Darüberhinaus sind viele Produkte noch nicht fälschungssicher registriert und mit einem speziellen QR Code ausgestattet.

Der globale Markt der Medikamente orientiert sich immer am Bestbieter. Österreich ist aber ein Billigpreisland.
Großbritannien wird die EU verlassen und sichert sich schon jetzt große Lagerbestände an Medikamenten die dem Kontinent bereits heute fehlen.
Der unsägliche Brexit bereitet allen Europäern und den Briten selbst ungewisse, ungeahnte Probleme.

Österreich ist Teil des EU Marktes und die dafür berechtigten Händler verkaufen Ihrerseits Medikamente ins Ausland mit Gewinn weiter, auch diese fehlen dann im Binnenmarkt. Der österreichische Binnenmarkt ist klein – global gesehen – und sehr streng preiskontrolliert durch den Hauptverband der Sozialversicherungen. Ihnen allen bekannt sind EKO Reglementierungen wie Gelbe und Rote Box und die s.g. Grüne Box mit genauen Angaben, wie viel von welchem Präparat zu welchem Preis abgegeben werden kann. Dann gibt es noch unterschiedliche Steuergesetze in den EU Nachbarstaaten, zwischen Staaten und pharmazeutischen Firmen separat abgeschlossene Verträge zur Versorgung mit bestimmten Arzneien, Parallelimporte und unterschiedliche Arzneimittelbücher usw. und so fort.

Das alles trägt dazu bei, das bei uns, wie oben skizziert, am Ende der verschlungenen Wege von der Produktion bis zu ihnen hilfreiche Moleküle, Stoffe nicht oder nur rationiert ankommen. Wir tun unser bestes und arbeiten intensiv mit dem Großhandel und den Apotheken zusammen Ihre persönlichen Versorgung sicherzustellen und täglich an der Sicherheit der Produkte. Sie erhalten daher so viel an Arzneien wie nötig, ihre Listen werden genau durchforstet und aktuell gehalten, sehr genau und immer wieder überprüfen wir Ihre Medikation vor Ort. Immer wieder stellen wir daher Ihren persönlichen Einnahmeplan in Frage und sprechen diesen mit Ihnen durch, fokussiert auf Wirkung und Nebenwirkung und Gefahren und Risiken der Einnahme.

Quid pro Quo!
Ob uns ELGA, die ebenfalls bereits ausgerollt ist und die s.g. e-Medikation von Nutzen sein wird, wird die Zukunft zeigen. Wer liest mit? Zu viele Ausnahmen /Opt out Regeln/ fehlende OTC Produkte/Internet Einkäufe, etc. . Wer etwa den zukünftig geplanten elektronischen Impfpass befüllt und wartet steht in den Sternen! Siehe die schiefe aktuelle Diskussion um die Schulärzte und Ihre Aufgaben für die Gesellschaft! Ungeklärt sind Haftungsfragen und persönliche Eigeninitiative, Verantwortungshoheit des aufgeklärten Patienten! Wohin das führt können Sie an den wiedererstarkten MASERN Fällen erleben! Die hohen dafür notwendigen Investitionen aus eigener Tasche Ihres Arztes mit Hausapotheke nach gesetzlichem Auftrag wurden jedenfalls bereits getätigt.

Fort und Weiterbildung sind uns seit langem Herzensangelegenheit und verantwortungsvolle Pflicht.
Ob die nahenden Wahlen grundsätzlich an dieser Wirklichkeit etwas ändern werden, oder die Politik uns als Ihr Erst- und Primärversorger,also als kompetente und erfahrene Partner wahrnimmt, nach 40 Jahren auf dem Papier aller Regierungserklärungen propagierter Aufwertung des Hausarztes und dem heutigen Hausarztmangel, all das müssen Sie jene politischen Bewerber um Ihre Wählerstimme fragen und dann für die nächste Legislaturperiode sinnvoll entscheiden.
Bis dahin vertrauen Sie weiter auf uns und unsere Fähigkeiten auch andere feine Lösungen für Sie zu finden! Gesundes Essen, Maß halten, viel Bewegung im Leben und Glück und Freude zusammen und liebevolle Solidarität untereinander sind ohnehin unersetzliche Medikamente des Lebens! Keiner lebt nur für sich allein, wir sind wahrhaftig soziale Wesen!